
Overhead Gallery bringt One Artist Show: Rubica von Streng auf der Art Karlsruhe
Berlin/Münster, 19.01.2026 | Auf der Kunstmesse Art Karlsruhe, die vom 5.–8. Februar stattfindet, widmet die Overhead Gallery, Münster, Rubica von Streng erstmals eine One Artist Show. Darin zeigt die Berliner Künstlerin neben vier Arbeiten aus ihrer jüngsten Serie Filament zahlreiche neue Malereien und Aquarelle aus ihrem Werkzyklus PortLand sowie eine Objektinstallation.
Sie zählt zu den markantesten Stimmen einer Malerei, die sich konsequent dem Gegenwärtigen stellt und zugleich einen Blick in die Zukunft wirft. In ihrem 2018 begonnenen Werkzyklus PortLand fusioniert Rubica von Streng zwei zentrale Topoi der Malerei – Porträt und Landschaft. Durch Verdichtung und Verschmelzung hat die Berliner Künstlerin radikal-eigenständige, lyrisch-abstrakte Gemälde geschaffen, die über die Gegenwart hinausweisen. In PortLand wird Zeit sichtbar: Übergänge, Pausen und Verdichtungen verleihen den Arbeiten eine Dynamik, die bewusst auf Narration verzichtet. Die Bilder machen Prozesse des Wandels spürbar, ohne sie festzuschreiben.
Die bislang vier Teile des inzwischen mehr als 150 Werke umfassenden Zyklus – Towards, Limits of, Beyond und Seasons of PortLand – nehmen unter anderem Bezug auf Aggregatszustände: fest, flüssig, gasförmig, Plasma. Was wie eine physikalische Systematik klingt, erweist sich bei von Streng indes als poetisch-analytischer Ansatz: Charakteristisch dafür ist die von ihr entwickelte Arpeggio-Maltechnik, bei der die mit verdünnter Ölfarbe nacheinander aufgetragenen Schichten alle sichtbar bleiben. Die Analogie zur Musik liegt auf der Hand: „Bei einem Arpeggio-Akkord hört man die Noten und weiß, woher sie kommen – aber ihr Zusammenklang ergibt etwas Neues“, sagt von Streng. Ebenso verhalte es sich bei PortLand mit den Farben.
„Die überlagernden Schichten erzeugen ein Gefüge aus Zeit und Entscheidung“, sagt Galerist Thomas Hoffmann. „Jede Ebene erweitert den Raum, präzisiert ihn und stimuliert die Wahrnehmung.“ So entfalten die Bilder eine ungemein starke Präsenz, sagt Hoffmann, „die aus dem Duktus des oft monatelangen Malprozesses erwächst – und die Eigenständigkeit der Werke unterstreicht“.
„Rubica von Strengs vielschichtige Malereien verschaffen ein fortwährendes, bewegendes Seherlebnis“, sagt Kerstin Bitar, wissenschaftliche Leiterin des Museums Sammlung Rosengart in Luzern. „Durch das Auffächern unterschiedlicher Motivelemente mithilfe der Arpeggio-Technik, aber auch durch den Einsatz gestisch artikulierter Farb- und Formfragmente wirken ihre Arbeiten faszinierend und metaphernreich. Sie eröffnen viele Blickrichtungen – in die Tiefe, in die Weite, in die Zukunft.“
„Auch die Arbeiten der Serie Filament offenbaren eine solche Tiefe“, ergänzt Galerist Hoffmann. „Oft oszilliert von Strengs Oeuvre zwischen Reflexion und Imagination, zwischen Diagnose der Gegenwart und Zukunftsvision. Ihre Arbeiten greifen wichtige Themen auf wie ökologische Verantwortung, Endlichkeit, Konflikte und Wandel. Stets geht es darin um Übergänge: zwischen Leben und Tod, Natur und Mensch sowie dem Sichtbaren und Unsichtbaren.“
In den Filament-Werken richtet die Künstlerin ihren Blick – wie schon in den zwei großformatigen Gemälden „Hole I“ und „Hole II“ (beide 2025) – allerdings wesentlich weiter: auf kosmische Strukturen, Energien und universelle Zusammenhänge. Auf eindrucksvolle Weise gelingt es ihr, jene Kräfte in den Bildern wirken zu lassen, wie sie selbst sagt, „die das All zusammenhalten, während es auseinanderdriftet“.
Ebenfalls in der One Arist Show am Stand der
Overhead Gallery (Halle 1, C 27) zu sehen: neue Aquarelle der Serie The Seasons, ausgewählte PortLand-Werke in einer Gegenüberstellung mit Malereien von Hans Vincenz (1900-1976) sowie die Objektinstallation „Tower of Maturity“, in der sich die Künstlerin mit dem babylonischen Sprachgewirr der politischen Kommunikation auseinandergesetzt hat.
Über die Künstlerin:
Geboren 1992 in Berlin, studierte Rubica von Streng an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und an der Universität der Künste in Berlin (UdK). Dort schloss sie 2018 das Studium als Meisterschülerin ab. 2019 nahm sie an der internationalen Gruppenschau „Taking Root“ der Düsseldorfer Kunsthalle (KIT) teil; zwischen 2020 und 2022 folgten zahlreiche weitere Ausstellungen, unter anderem im Haus der Kunst, München. Fast 20.000 Gäste sahen 2023 ihren Werkzyklus „Totentanz“ im Museum der Kulturkirche St. Jakobi Stralsund. 2024 gastierte sie mit PortLand-Arbeiten unter anderem im CICA Museum in Südkorea und in der Kunsthalle Brennabor. 2025 folgten weitere Ausstellungen unter anderem in Südkorea, eine Gegenüberstellung mit Werken des Expressionisten Hans Vincenz sowie eine umfassende Werkschau in der Kunststiftung Starke, Berlin. Von Streng lebt und arbeitet in Berlin.
Weitere Künstler auf der Art Karlsruhe;
Bettina Hachmann
Suscha Korte
Sabine Endres
Dieter Nusbaum
Bahram Hajou
Dominik Schmitt
Lilau
Philipp Liehr

